Ladegerät, BM1, Sterlingregler und Ölwechsel

Ein neues Ladegerät für die Batterien musste her und wir entschieden uns für ein Gerät mit welchem wir den Stand der Batterien auch über eine App ansehen können. Maximal drei Batterien können angeschlossen werden und so sind wir auch für später gerüstet. Es funktioniert bisher sehr gut.

Batterieladegerät

Da wir damals mit einem BM1 Batteriemonitor von NASA sehr gute Erfahrungen gemacht hatten war schnell klar, so etwas brauchen wir wieder. So hat man den Stromverbrauch und die Ladung der Batterien gut im Blick. Bei Überfahrten oder vor Anker war das Gerät immer ein wenig wie Fernsehen gucken.

BM1

Um das Gerät anzuschließen musste Bert sich die ganze Verkabelung hinter unserem Ruder genauer ansehen und so entschlossen wir uns, auch einen Sterlingregler gleich einzubauen.

Sterlingregler

Zu Hause kamen Pakete mit Kabeln verschiedener Stärken, eine große Crimpzange, Kabelschuhe diverser Größen und was noch so an Kleinigkeiten benötigt werden. 35 Quadratkabel hatten wir schon mal mit einem kleinen Schraubstock gepresst, diesmal gingen wir etwas professioneller an die Sache heran. Wenn das diesmal so gut hält wie damals ist alles gut.

was man alles so braucht

Um zu sehen ob der Regler auch funktioniert müssen wir den Motor laufen lassen, was an Land einige Vorbereitungen erfordert. So haben wir das ein wenig nach hinten verschoben.

Zwischendurch konnten wir einen Ölwechsel beim Motor machen und haben festgestellt, dass der Wechsel des Ölfilters nicht so einfach ist. Es gibt keine Kartusche, sondern ein Einsatz ist auszuwechseln. Laut Beschreibung, die haben wir nur auf Holländisch, soll ein knapper Liter Öl in den Einsatz uns so befestigt werden. Wie das funktionieren soll ist uns ein Rätsel und ob man beim Einbau des Motors an solche „Kleinigkeiten“ nicht gedacht hat ist uns auch schleierhaft. Dieser besagte Behälter mit immerhin einem knappen Kilo Flüssigkeit darin muss nämlich von unten angeschraubt werden. Dabei muss er hochgedrückt und die Schraube genau mittig fassen. Nach ungefähr 3 Stunden war uns klar, so schaffen wir das nicht. Man kann es nicht sehen und muss über Kopf arbeiten. Auch ohne das Öl haben wir noch einen ganzen Nachmittag daran gesessen. Das Öl wurde dann mit Hilfe einer Spritze und eines dünnen Schlauchs hineingepresst. Wir hoffen nun, dass es dicht ist, aber auch das werden wir erst beim Testlauf des Motors merken.

ganz unten sitzt der Ölfilter

Komplett durchgeschwitzt und voller Schrammen schauten wir uns öfter an und meinten nur: „Kauf dir ein Boot, das ist fein! Warum tun wir uns das eigentlich an?“ Ein Grinsen geht dann über unsere Gesichter und abends schauen wir nach wie das Wetter in Lagos/Portugal oder auf Teneriffa ist.

Ruder

Hydraulikpumpe am Ruder

Also bauten wir als erstes unser Ruder ab und die Hydraulik der Steuerung aus. Das klingt jetzt so einfach, war es aber nicht. Die Pumpe musste zerlegt werden um zu gucken was genau damit nicht mehr in Ordnung war. Nachforschungen hatten ergeben, dass es diese Pumpe nicht mehr neu gab, dazu ist sie einfach zu alt. Jeder Händler hatte uns erklärt, dass diese Sachen ewig halten würden und seit Jahren so nicht mehr gebaut werden. In neuerer Form gibt es diese Steuerungen natürlich.  Wahrscheinlich sind 40 Jahre schon eine Ewigkeit…

Nachdem Bert es geschafft hatte die Pumpe zu zerlegen, soweit es irgend ging, wurde das Problem ersichtlich. Ein Stück einer Platte war herausgebrochen und von einer Feder waren nur noch Teile vorhanden. Zum Glück waren die Plunger heile. Im Internet forschten wir nach Ersatzteilen und wurden auch fündig. Zum Glück scheinen solche Teile in Hydraulikpumpen genormt zu sein und man muss nur die richtigen Maße haben.

Der Zusammenbau war „Fusselarbeit“ und wir danken hier auch mal dem Wassersportverein Bergstraße in Lampertheim ganz herzlich. Zum einen, weil wir dort mit unserem Wohni stehen dürfen, für die Hilfe, die nette Aufnahme und dafür das wir auch in der Halle arbeiten können.  Mit Hilfe vom Schraubstock und diversen anderen Werkzeugen war der Zusammenbau einfacher.

Dann endlich, der Einbau und Test. Nachdem wir frisches Hydrauliköl eingefüllt hatten und am Ruder drehten freuten wir uns als es sich problemlos in die eine Richtung drehen ließ. Als wir das jedoch mit der anderen Seite probierten war es aus mit der Freude, das Öl spritzte uns oben wieder heraus und das Ruder bewegte sich keinen Millimeter. So ein….

Also wieder alles abbauen, das Ruder zurück in die Heckkabine und die Pumpe wieder mitnehmen und nochmal auseinander bauen. Zuerst aber einmal Luft holen und überlegen woran das liegen könnte. Bert hatte eine Idee und setzte diese dann noch am selben Nachmittag um. In den Tagen habe ich viel über Hydraulikpumpen und Plummerpumpen gelernt, man lernt ja nie aus.

Am nächsten Morgen nochmaliger Versuch und Einbau. Wieder Öl einfüllen, mit Spritze und Schlauch, und Test. Tatsächlich, es funktioniert.  Nachdem wir die Luft aus dem System heraushatten konnten wir das Ruder in beide Richtungen bewegen und auch über die Pumpe des Autopiloten funktioniert unsere Steuerung wieder. Eine Baustelle scheint behoben zu sein.

btr

Erste Schritte

Schon nach kurzer Zeit wechselte unser Boot vom Liegeplatz im Wasser auf einen Landplatz und wir konnten anfangen.

Zuerst einmal musste ausgeräumt werden und wieder einmal verwandelte sich eine Garage von uns in ein Lager voller Leinen, Matratzen, Fender usw.

Das Innere der Anjuli Bai verwandelte sich derweil in ein ziemlich chaotisches Durcheinander, obwohl wir immer wieder versuchen ein wenig Ordnung hinein zu bringen.

im Salon

Während sich daheim die Paketboten die Klinge in die Hand gaben überlegten wir wo wir am besten anfangen sollten.

Ganz klarer Priorität hatte unser hydraulisches Steuer und der Einbau eines Ladegerätes.