Von Mittersheim nach Port Houillon

28.August 2021                Tag 22

Dieser Tag würde anstrengend werden, vor uns lag eine Schleusentreppe mit 13 Schleusen. Das war der Grund gewesen, warum wir in Mittersheim einen Stopp eingelegt hatten.

Um 8:15 Uhr legten wir am Steg ab und warteten dann vor der Schleuse 13 um als erste zu fahren. An sich ein guter Plan, nur klappen muss er. Direkt hinter der Schleuse lag ein Charterboot am Ufer welches sofort los machte, als es uns sah. Damit hatten wir sie direkt vor uns und mussten die Schleuse jedes Mal wieder herunterholen. Nun gut.

Dafür fing der Tag mit einem anderen positiven Erlebnis an: unser Plotter zeigte wieder etwas an und das AIS funktionierte wieder, eine Peniche mit sendendem AIS lag vor der Schleuse.

Die Schleusen folgten Schlag auf Schlag, teilweise lagen nicht einmal mehr 500 Meter zwischen ihnen.

Irgendwann fuhren wir direkt an einem See vorbei, das ist wohl ein großes Wassersportgebiet.

Gegen 11:30 Uhr fing es auch noch an zu regnen und alles war ziemlich eng.

Um 13:15 Uhr waren wir in der Schleuse 1 und durften die Fernbedienung abgeben. Erst nachdem diese in einem Schacht verschwunden war öffnete sich das Schleusentor.

Eine halbe Stunde später hatten wir den Sportboothafen Port Houillon erreicht. Wir waren ziemlich kaputt und hatten überlegt, ob wir einen Ruhetag einlegen sollten. Allerdings kamen dann die Stege dort. Diese sind dermaßen kurz, das wir kaum von Bord kamen. Bert musste Buddy vorn herunterheben, ich selber habe mir an dem Tag die Turnerei gespart und blieb an Bord.

Immerhin konnten wir unser Wasser auffüllen, man war auch sehr freundlich und half gern beim Anlegen.

Von Harskirchen nach Mittersheim

27.August 2021                Tag 21

An diesem Freitag lag keine lange Strecke vor uns. Wir hatten nur etwa 13 Kilometer und 4 Schleusen bis zu unserem nächsten Hafen.

Gleich nach der ersten Schleuse des Tages, die Nummer 17, begleiteten Seerosen unseren Weg. Zum Glück war der Saarkanal nicht wirklich zugewachsen oder mit Gras gefüllt. Somit hatten wir keine Probleme beim Kühlwasser. Unser tapferer Motor brubbelte immer fein vor sich her.

Die Seekarte auf dem Plotter zeigte allerdings zwischenzeitlich nichts mehr an, wir fuhren wirklich durch die „Pampa“. Auch unser AIS funktionierte nicht mehr. Das führte zu etwas Hektik, bis uns einfiel das wir genau die gleiche Situation schon einmal hatten, auf der Überfahrt von den Kanaren auf die Kap Verden: kein AIS mehr und Fehlermeldung im Plotter.

„Verbindung verloren“

Die Ursache damals war einfach: es gab kein AIS Signal mehr in erreichbarer Nähe. Wir hofften, das sich das Gleiche auch diesmal als Ursache herausstellen würde.

Weiterhin ging es durch viel Grün.

Schon gegen 11 Uhr erreichten wir Mittersheim, unser Tagesziel. Hier sollte es einen kleinen Laden geben in dem wir einkaufen wollten, vielleicht war ja an Fleisch oder frisches Gemüse zu kommen.

Der Ort selber machte eher den Eindruck, als schliefe hier alles. Was scheinbar auch nicht ganz verkehrt war, der Laden jedenfalls hatte geschlossen.

Also wieder zurück, mit leerem „Hacki“.

Der Sportboothafen in Mittersheim war nicht gerade überlaufen.

Am Nachmittag hatten wir noch einen Besucher an Bord. Ziemlich groß das Tier.

Gegen Abend gab es dann noch eine positive Überraschung. Ein Klingeln war plötzlich zu hören, was uns sehr an Laranjeiras erinnerte, dort gab es immer etwas zu kaufen, wenn solch Klingeln zu hören war. Hier war es das Gleiche: ein Verkaufswagen mit Fleisch und Wurst parkte am Steg. Damit wurde der Speiseplan des Abends umgeworfen und wir hatten leckere Hähnchenspieße auf dem Grill.

Von Wittring nach Harskirchen

26.August 2021                Tag 20

Da wir jetzt wußten, dass vor 8:30 Uhr die Schleuse nicht in Betrieb war konnten wir in Ruhe die Croissants und den Kaffee genießen. Von Bord aus konnten wir beobachten als das Signal der Schleuse auf Rot ging. So waren wir schon um 8:45 Uhr wieder aus der Schleuse 22 heraus.

Bei leichtem Sprühregen und gerade mal 10°C fuhren wir den Saarkanal weiter. Wir kamen an alten Bunkern vorbei,

mussten einige Engstellen passieren

fuhren über eine Brücke

und kamen recht früh im Sportboothafen von Harskirchen an.

Auf der ganzen Strecke war uns nur ein einziges Boot entgegengekommen, ein Charterboot. Die Stege in dem Hafen sind sehr wackelig und man muss aufpassen nicht das Gleichgewicht zu verlieren beim hinauf treten.

Solche Tafeln beschreiben die einzelnen Häfen und geben Informationen über Einkaufsmöglichkeiten sowie die Entfernung zur nächsten Dusche z.B. es gibt nicht überall Sanitäranlagen.

Ein Spaziergang brachte uns auch zur nächsten Schleuse, das Video zeigt den Wartezustand der Schleuse. Das einströmende Wasser kam uns doch ziemlich viel vor, aber am nächsten Morgen war alles normal. Abends war noch jemand der VNF dort, evtl. wurde etwas repariert.

Von Hannweiler nach Wittring

25.August 2021 Tag 19

Da wir an diesem Tag einige Schleuse vor uns hatten wollten wir früh los und machten um 8:15 Uhr die Leinen los. Zuerst ging es zurück um das Schild zu finden und zu aktivieren. Aber egal was ich tat, es funktionierte wieder nicht. Das konnte doch nicht wahr sein!

„Irgendetwas mache ich verkehrt“, war mein Resümee. Ein Anruf bei der Schleuse 27, die Nummer hatten wir aus unserem Buch für die „Sauerkrauttour“ und ein tiefes Durchatmen als der nette Herr bestätigte das er Deutsch sprach brachte Klarheit. Die Schleuse seien terminiert und gingen erst um 8:30 Uhr in Betrieb. Das muss einem doch gesagt werden.. also trödelten wir herum und probierten es um kurz nach halb neun Uhr noch einmal. Tatsächlich fing das Signal dort an zu blinken, also schien es zu funktionieren.

Nachdem wir das System begriffen hatten hielten wir immer Ausschau nach diesen blauen Schildern, die nicht immer am selben Ufer zu finden waren.

Angekommen in der Schleuse 27 konnten wir an der Leiter festmachen und Bert kam auch an die blaue Stange. Die Poller in diesen Schleusen sind so weit auseinander, das wir nie an zwei gleichzeitig herankamen und so war die Leiter immer unser Festmachpunkt. So konnten wir zumindest die Leine umlegen, bei nur einem einzigen Poller in der Wand und dann erst wieder oben etwa 2,80m höher war dies unsere einzige Möglichkeit. In dieser Schleuse machten wir oben allerdings fest und ich ging zum Schleusenhäuschen. Dort bekommt man die Vignette zu kaufen. Das war recht schnell erledigt, im System waren sogar noch unsere Daten von 2009, als wir mit der Anjuli Nui eine Vignette gekauft hatten.

Weiter ging es im Saarkanal, zeitweise schleiften wir, mit dem Kiel, über den Grund und das Echolot zeigte 0,00 m an. Da aber 8 km/h nicht überschritten werden dürfen war dieses kein großes Problem.

Drei Schleusen weiter hatten wir immerhin 10 Zentimeter unter dem Kiel, man freut sich auch über Kleinigkeiten.

Nach nur 13 Kilometern, aber 7 Schleusen machten wir im Sportboothafen von Wittring fest.

Auch hier sahen wir bunte Blumen an der Schleusenbrücke.

Die Sonne lockte uns und wir machten einen Spaziergang in dem kleinen Ort. Alles wirkt sehr sauber und ordentlich, aber völlig ausgestorben.

Läden gibt es nicht, nur einen Brotautomaten, dessen Befüller allerdings Urlaub hatte, wie ein Zettel anzeigte.

Dennoch gab es am nächsten Morgen frische Croissants und Baguette, der Hafenmeister besorgte es. Klasse Service.

Buddy lernte noch eine Hündin kennen und man begrüßte sich vorsichtig.

Blick vom Boot aus, gegen Abend.

Völklingen bis Hannweiler

24. August Tag 18

Als wir am folgenden Morgen am Steg los machten waren wir etwas aufgeregt, vor uns lag eine Strecke die uns gegen Ende in den Saarkanal bringen sollte und vielleicht schon nach Frankreich.

Zuerst einmal lag die Schleuse Saarbrücken vor uns, die wir schon nach einer halben Stunde erreichten. Völlig problemlos ging es hinauf.

Kurz darauf fuhren wir durch Saarbrücken..

… und erreichten den Saarkanal. Wir hatten die Saar hinter uns gelassen, ab jetzt würde alles etwas enger und kleiner werden. Dafür gab es keine Berufsschifffahrt mehr. Was mich persönlich so gar nicht störte…

Das Haus am Kanal ist ein echter „eyecatcher“.

Nachdem wir unterschiedliche Informationen bekommen hatten in welcher Schleuse wir die Fernbedienung bekommen würden haben wir uns dazu entschieden, einfach abzuwarten. Als erste der Saarkanalschleusen kam die Schleuse Güdingen. Nachdem wir fast eine Stunde vor ihr gewartet hatten mussten wir ganz nach vorn einfahren, da eine andere Yacht mit und zusammen schleusen sollte. Der Schleusenwärter war ja sehr nette, verstand aber nicht warum wir nicht ganz nach vorne wollten. Das einströmende Wasser, in der kleinen Schleusenkammer, führte bei unserem Langkieler mit 1,35m Tiefgang, dazu das sie sich kaum an der Wand halten ließ. Die folgenden 15 Minuten Schleusengang führte dazu, dass wir eine halb abgerissenen Travelerschiene hatten und der junge Mann etwas blass um die Nase war. Meine zwischenzeitlichen Wortausbrüche sind nicht wiedergabefrei. Allerdings gab er uns, als wir oben waren, den Tipp wir sollten doch ab jetzt besser darauf achten alleine zu schleusen und nicht so weit nach vorne zu fahren… achnee….

Weiter ging es dann zur Schleuse Nr. 30. In Absprache mit der Motoryacht hinter uns fuhren wir alleine hinein, so ging es recht gut. Nachdem wir die beiden Stangen, die sich in einer Aushöhlung der Schleusenwand befinden, gefunden hatten. Eine Blaue, die man hochschieben muss und damit die Schleuse auslöst und eine Rote, für den Notfall, zum Ziehen.

Oben angekommen ging Bert zum Schleusenhäuschen und bekam dort die Fernbedienung für die nächsten 29 Schleusen. Das Blatt mit Erklärungen hatten wir in Güdingen ausgehändigt bekommen.

Die Aufregungen an diesem Tag hatten leider noch kein Ende. Obwohl wir die Fernbedienung immer wieder drückten reagierte die nächste Schleuse nicht, das Licht blieb auf Rot. Ein Anruf bei der hinter uns fahrenden Motoryacht ergab: wir hätten weiter davor drücken sollen. So langsam gingen unsere Nerven „zu Fuß“.  Plötzlich reagierte die Schleuse, die Ampel ging auf „rot / grün“ und etwas später auf grün. Das Tor öffnete sich und wir schleusten nach oben.

Bei der Schleuse 28 begann das gleiche Spiel: es blieb rot. Keine Chance. Nachdem wir mehrfach vor der Schleuse hin und her gefahren waren reichte es uns. Direkt davor liegt der Yachtclub Hannweiler, mit einem schönen Gästesteg. Ein Mann kam uns schon entgegen und nahm die Leinen ab. Er hätte uns beobachtet, wir hatten wohl das blaue Schild nicht getroffen.

Was für ein Schild?

Endlich bekamen wir die Erklärung für unsere Schwierigkeiten. Mit der Fernbedienung muss ein Sender an einem blauen Schild am Ufer aktiviert werden, der blinkt dann um anzuzeigen, dass er das Signal empfangen hatte. Nur dann reagiert die folgende Schleuse. Eine solche Information wäre auf dem Infoblatt auch sehr hilfreich gewesen.

Frankreich wartet …

Merzig bis Völklingen

23. August 2021 Tag 17

In Merzig haben wir einige Tage verbracht und einfach mal die Ruhe genossen. Wäsche waschen, einkaufen und mit verschiedenen Stegnachbarn klönen füllten die Tage aus.

Am Montag den 23. August ging es dann weiter. Wir verließen Merzig bei leichtem Regen und 16°C. Ziemlich ungemütlich und wir waren froh nicht im Regen stehen zu müssen. Vor allem als es um 10 Uhr so richtig anfing zu regnen. Bei unseren Scheibenwischern ist auch noch ein wenig Handlungsbedarf…

Gegen Mittag kamen wir am Steg der Stadt Völklingen an und die Sonne kam heraus. An dem Steg muss man sich bei der Feuerwache melden und bekommt eine Nummer gesagt mit der man wieder durch die Tür zurück auf den Steg kommt. Nur Strom ist an einem Automaten zu bezahlen.

Obwohl doch die Industriegebäude vorherrschen liegt man dort im Grünen und recht ruhig.

Einige Meter weiter kommt man zum Weltkulturerbe Völklinger Hütte. Wir haben uns das nur von außen betrachtet da wir am nächsten Morgen weiterwollten. Aber es ist schon sehr imposant.  Ein Besuch dort lohnt sich sicherlich.